Knochenreste am Strand
Das Kircheninventar wurde auf andere Kirchen verteilt. So befindet sich eine spätgotische, geschnitzte Altartafel in der Kirche in Lønstrup. Darauf ist die Jungfrau Maria mit ihrer Mutter St. Anna und dem Jesuskind zu sehen, ein beliebtes Motiv im 16. Jahrhundert.
Ein Granittaufbecken mit Messingschale von 1575 befand sich bereits seit 1928 in der Lønstrup Kirke. Das romanische, mit Pflanzenornamenten geschmückte Becken ist sicher so alt wie die Mårup Kirke.
Bei fortschreitenden Abbrüchen kann es vorkommen, dass Knochenreste auf dem Strand landen. Sie werden von Mitarbeitern des dän. Generaldirektorats für Forst und Natur eingesammelt und in ein besonderes Grab auf dem Friedhof von Lønstrup verbracht.
Ein großer Teil des gefährdeten Friedhofs, wo sich u. a. das ‚Seemannsgrab’ befand, ist bereits stark mitgenommen.
Es enthält die Gebeine von 226 Seeleuten, die hier beim Untergang der englischen Fregatte ‚The Crescent’ im Jahre 1808 ums Leben kamen. Das wird von manchen jedoch bezweifelt, zumal die geringe Größe des Grabes vermuten lässt, dass einige von ihnen anderswo begraben sein müssten. Vielleicht wurden hier nur 7 ertrunkene Offiziere bestattet. In der Lønstrup Kirke hängt eine Gedenktafel zu dieser Katastrophe.
Der an der westlichen Giebelseite liegende Anker, der von der ‚The Crescent’ stammt, wurde 1940 aus dem Wrack geborgen.
Im östlichen Teil des Friedhofs steht ein hölzerner Glockenturm mit einer Glocke von 1537. Sie wurde von Lars Klokkestøber gefertigt und trägt die Inschrift „Hilf, Jesus, Maria und Joseph!“
Die Geschichte der Kirche
Mårup Kirke wurde um die Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet. Sie entstand im spätgotischen Stil und besteht aus einem rechteckigen Schiff sowie einem nahezu quadratischen Chor. Die ursprüngliche, für hiesige Backsteinkirchen typische Form ist an der Nordseite noch zu erkennen. Die Mauern sind mittels Lisenen (Wandverstärkungen) in 4 Felder eingeteilt. Sie werden nach oben von doppelten oder dreifachen Rundbogen abgeschlossen, die in Tierköpfen enden.
Ungewöhnlich viele Gräber
Mitarbeiter des dän. Nationalmuseums haben die Kirche auf Fresken untersucht, jedoch nur wenige, spärliche Reste gefunden, die man z. T. noch sehen kann.
Es wurden auch Ausgrabungen unter dem Boden der Kirche vorgenommen. Dabei wurden ungewöhnlich viele Gräber aus dem 17. und 18. Jh. registriert. Da einzelne Gräber sogar älter als die Kirche sind, weist das darauf hin, dass sich hier zuvor bereits ein Friedhof befand. Möglicherweise befand sich hier einst auch eine Holzkirche.
Bei den Untersuchungen der Innenwände wurden auch Reste von Ausschmückungen gefunden. Bei der ältesten von ihnen handelt es sich um einen doppelten Kreis, der in die Nordwand des Chores geritzt wurde. Er stammt möglicherweise noch aus der Zeit, als die Kirche geweiht wurde.
An verschiedenen Stellen im Inneren der Kirche finden sich spätmittelalterliche Spuren von Ausschmückungen (ca. um 1500).